Freitag, 24. August 2012

Am Steuer des Solaris Urbino 18 Gelenkbus


Hallo.

Heute will ich mal noch ein schönes Erlebnis schildern, was eigentlich schon einige Monate zurückliegt, aber weil ich erst jetzt die Bilder eines Freundes dazubekam und es so schön in den Blog passt schreibe ich es nun hier rein.

Irgendwann Anfang 2008 (oder gegen Ende 2007), ich wohnte noch gar nicht so lange wieder in Dresden, da fuhr ich mit einem Solaris-Bus wie so oft als Fahrgast auf der Linie 61 die Grundstraße hoch. Ich saß hinten drin, aber irgendetwas war anders. Bei jeder Bodenwelle (die man sonst eigentlich gar nicht merkt) wurde der Bus in Wallung versetzt, d. h. der hintere Teil nach dem Gelenk, und in heftigen Bewegungen ging es ständig nach oben und unten bis der Bus sich wieder beruhigt hat.
Das war so heftig dass man auf der einen Seite das Gefühl hatte aus dem Sitz zu fliegen, auf der anderen Seite wurde man arg zusammengestaucht. Jedenfalls hatte ich das Gefühl diese ständigen Auf- und Ab-Bewegungen sind nicht normal, ich dachte an so etwas ähnliches wie kaputte Stoßdämpfer beim PKW, und habe dem Busfahrer beim Aussteigen dann vorne Bescheid gegeben.
Extra habe ich dann aber noch die DVB-Servicenummer angerufen, weil es mir nicht aus dem Kopf ging (der Fahrer sagte ja auch vorn er hätte das noch nicht festgestellt dass es hinter anders als normal "federt"), und ich auch wissen wollte was los war, also ob wirklich etwas kaputt war.

Jedenfalls bekam ich dann nach einigen Tagen netterweise einen Rückruf, mit der Info dass bei dem Solaris-Gelenkbus etwas mit der Aufhängung nicht in Ordnung war, und dass es im schlimmsten Fall hätte durch diese extremen Bewegungen sogar zu einen Motorschaden kommen können.

Jedenfalls lud man mich freundlicherweise als Dankeschön für die ersparten Kosten zu einer Besichtigung in den Busbetriebshof Gruna ein, inclusive einer Fahrt am Steuer eines Busses.

Nun muss ich sagen hatte ich als Jugendlicher schon den Traum mal selber einen Bus zu fahren. Ich träumte immer von den gut motorisierten Neoplan-Überland-Bussen, die auf der Linie meiner Heimatstadt Annaberg-Buchholz nach Dresden eingesetzt wurden.

Nun ist ein Solaris-Gelenk-Bus zwar kein Neoplan Reisebus, aber trotzdem habe ich mich gefreut überhaupt mal selber einen Bus steuern zu dürfen.

Jedenfalls habe ich einen Freund gefragt ob er mitkommen möchte zur Besichtigung des Betriebshofes, so sind dann auch noch ein paar Fotos von mir entstanden.

Am 19. Februar 2008 war es dann soweit, und wir 2 machten uns auf in den Betriebshof Gruna in Dresden. Er liegt unweit vom Großen Garten und die Bahnlinie Richtung Sächsische Schweiz die dann weiter nach Tschechien geht liegt direkt hinter dem Gelände (wo anschließend bei unserer Fahrt nach Sebnitz zu Tillig - Hersteller für TT-Modellbahnen - diese Fotos entstanden).

An dem Tag wo wir dort waren waren eine ganze Menge Busse abgestellt (und wer interessiert ist sollte sich mal bei den öffentlichen Terminen das ganze anschauen):


Auf dem folgenden Foto befindet sich links einer der Abstellbereiche (besonders für Reisebusse etc. auch), in der Mitte am Ende der Straße befindet sich ein Verwaltungsgebäude und die Einfahrt ins Gelände, rechts das Gebäude im Vordergrund, da sind die ganzen Linienbusse drin abgestellt (so auch "meiner").


Auf dem nächsten Bild hat man das Ende der Fahrzeughalle erreicht, und im Hintergrund befinden sich die Hallen wo auch die Werkstätten für die Busse untergebracht sind:


Jedenfalls sind wir da nun rein, und man hat uns so einiges interessante rund um den Ablauf erklärt.

Und dann durfte ich selber ans Steuer eines Solaris-Gelenkbusses, genauso so einen den ich damals vor noch schlimmeren Schaden bewahrt habe.

Der Freund hat dieses Foto geschossen:


Doch bevor es losging gehörten auch hier selbstverständlich erst mal ein paar erklärende Wort zum Fahren dazu (wie auch damals als ich selber eine Straßenbahn hier in Dresden steuern durfte), so dass ich erst mal dem Fahrlehrer lauschte:


Danach durfte ich dann endlich auf die "Piste". Ich durfte 2 Runden um die doch recht große Fahrzeughalle über das Werksgelände drehen.

Eigentlich fährt sich dieser Bus gar nicht so schwer. Was etwas gewöhnungsbedürftig war, war glaube ich die Bremse, wo man mit der richtigen Kraft den richtigen Bremspunkt finden musste, ansonsten gibts da auch mal böse Bremsungen.
Nun war das ja kein Autorennen da auf dem Betriebshof, ich bin vielleicht so 20 oder 30 gefahren, aber  was interessant war, dass die Automatik des Busse bei diesen geringen Geschwindigkeiten beim Rollen quasi schon in den 2. und 3. Gang schaltet. Sehr lärmmindernd und kraftstoffsparend.

Eine andere Sache ist die Größe des "Gerätes". Mein bisher größtes waren glaube ich nur die unter dem Namen "VW Bus" bekannten T4 und T5. Ich meine da schaut man auch das rechts genug Abstand ist und das man schön in der Mitte fährt, aber so ein Bus ist dann eben doch so groß, so breit, dass der "Fahrlehrer" jedesmal in der Kurve vor den Werkstätten (siehe Bild 3) ins Lenkrad greifen musste da ich sonst mindestens viel zu knapp an etwas dort abgestellten vorbeigefahren wäre.

Wie auch immer, es war mal interessant mit so einem großen modernen Gelenkbus selber zu fahren, und nach 2 Runden bin ich hinten in die große Abstellhalle wieder rein die auf Foto 2 rechts und Foto 3 links zu sehen ist, und habe meinen Bus wieder ordentlich geparkt (würde ich jedenfalls sagen). Danach wurde er noch "verkabelt", dabei entstand dann dieses letzte Foto:


Auf jeden Fall den Dresdner Verkehrsbetrieben noch mal vielen Dank für die interessante Führung auf dem Gelände, das Selberfahrenlassen, und auch die anschließende Führung durch die Werkstatt.


Auch manches andere Mal haben mich die Servicemitarbeiter am Telefon "beraten" und mir geholfen wenn ich meine Fototouren auf den Linien gemacht habe, um neue Busse zu erwischen.

Auch so manch anderer Hinweis auf defekte Haltestellenwunschtaster und ähnliches wurde aufgenommen und der Fehler oft in recht kurzer Zeit behoben.

Nur einmal war ich in den letzten Jahren hier in Dresden etwas enttäuscht. Während den Bauarbeiten auf meiner Straßenbahn-Linie 11 hier von 2008 bis 2009 saß ich abends einmal in einem (älteren) Schienenersatzverkehr-Bus, der sich unsäglich hörbar abmühte die Berge nach Bühlau hochzukommen, und obwohl der Motor bis zum Himmel schrie (eigentlich klang er wie halb erstickt - ich saß ganz hinten direkt im Motorbereich), war die Beschleunigung und das Leistungsvermögen am Berg unter jeglichem Niveau.
Jedenfalls hatte ich hier das Gefühl da stimmt was nicht (Ölfilter, Motorsteuerung, oder was weiß ich), und habe auch die DVB angerufen. Leider wurde mein Anruf scheinbar nicht ernst genommen.
Und wie es manchmal so geht, ausgerechnet dieser Bus hat wenige Tage später eine Panne am Großen Garten, und brennt hinten im Motorbereich aus. Was ich hörte wird dieser Bus aus dem Verkehr gezogen. So kann es also auch gehen. Ich meine die DVB waren vielleicht froh, da dieser Bus eh mit einer der ältesten war, aber eigentlich muss es ja nicht so weit kommen (zumal ein Kunde - ich - schon vorher angerufen hatte das etwas mit dem Motor nicht stimmt), und dass das dann auch noch passiert wenn Fahrgäste drinne sitzen so viel ich weiß.


Wie auch immer, ansonsten bin ich mit dem Angebot der DVB hier für so eine große Stadt ganz zufrieden, und der Ausflug in den Betriebshof inclusive selber mal so einen Gelenkbus fahren zu können war auch ganz interessant.


Wer selber mal den Betriebshof besichtigen will, oder selber mal an das Steuer einer Straßenbahn will, findet mehr auf den Seiten der DVB: www.dvb.de/de/Startseite
Dort findet man auch die Links zum Facebookauftritt der DVB, wo ein engagiertes Team in recht kurzer Zeit alle Fragen beantwortet.

So, das wars dann mal wieder von mir.

Eine schöne Woche wünscht

Rolf Schreiter

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