Donnerstag, 17. Januar 2008

Polizeieinsatz in Dresden für die neue Waldschlösschenbrücke (Robin Wood behinderte notwendige Baumfällarbeiten)






Hallo!

Seit 1 Uhr in der Nacht vom Montag zum Dienstag, 15. Januar 2008, ist die Polizei in Dresden im Einsatz, um die Baumbesetzer von Robin Wood von den Bäumen zu holen etc. Nachdem Sie von den Metallvorrichtungen befreit wurden sind, mit denen sie sich an den Bäumen festgemacht hatten, konnten dann auch die Bäume gefällt werden, die der Sanierung und dem Ausbau der Bautzner Landstraße in der Nähe der neu zu bauenden Waldschlösschenbrücke im Wege standen. Zeitweise wurde dann aber innerhalb der Baustelle der Gleiskörper der Straßenbahnlinie 11, der sich an dieser Stelle auf den beiden inneren Fahrspuren befindet, und dadurch auch die durch die Baustelle verengte Straße komplett von (zum Teil schon mal vor ein paar Wochen in der Zeitung zu sehenden) Aktivisten blockiert, so daß der komplette Berufsverkehr aus Richtung Bautzen B6 zum erliegen kam. Ich war gegen 8 Uhr 30 mit der Straßenbahn stadteinwärts unterwegs, mußte allerdings schon ca. 3 bis 4 Kilometer vor der pikannten Stelle mitten auf freier Strecke im Stau mit ca. 30 bis 40 anderen Aussteigen, da ich ja noch weiter wollte. Es stand dann ca. 1,5 Kilometer vor uns die vorhergehende Bahn im Stau und dann direkt am Krisenherd zwei weitere, die nicht weiterkonnten. Dabei bot sich folgendes Bild wie im Blog zu sehen: Auf den Gleisen die Bahnen. Davor Polizei. Ein zwei Kamerateams. Links die Fußgänger, die an den wenigen (im Vergleich zu den sonstigen Tagen, war es wohl noch etwas früh am Morgen für größere Menschenmengen) Demonstranten vorbeiwollten und auch konnten. Und in der Mitte des Bilder ist schon ein Mitarbeiter der Straßenbetriebe zu sehen, der den einen besetzten Baum stutzt.

Das 2. und das 3. Bild sind dann hinter der Stelle aber mit Blick zurück also stadtauswärts gemacht. In der Mitte stehen, von der Polizei zum Glück umringt (ich möchte ja friedlich und unbehelligt in die Stadt kommen) so etwa 20 Aktivisten, während rechts vom Fußweg Sprechchöre und eigenartig dumpfe Trommeltöne geboten werden, und links schon fleißig und unbehelligt dank bereitstehendem Polizeischutz, der Baum bearbeitet wird.

Bild 4 zeigt den Blick über die Elbe am Waldschlösschen in Dresden ca. eine Woche vor dieser Aktion. Vorn und im Hintergrund sind schon einige Details der Baustelle für die neue Waldschlösschenbrücke zu sehen.

Die Gleisbesetzer wurden im typischen Ton von der Polizei ... "Hier spricht die Polizei! Es ist jetzt 8 Uhr 50. Sie haben bis 8 Uhr 55 Zeit, freiwillig die Gleise zu verlassen..." aufgefordert, endlich die Straßenblockade zu beenden. Im Laufe des Tages konnte die Straße auch geräumt und freigegeben werden. Auf einer Länge von ca. 2 Kilometern wurden während dieser Aktion unter Polizeischutz bis auf wenige Ausnahmen fast alle Bäume an der B6 gefällt. Dabei eben leider auch der eine 300 Jahre alte Baum, den Robin Wood seit Mitte Dezember besetzt hielt. Von den Besetzern wurden bei dieser Abholzaktion, die ca. eine Woche zuvor wegen zu großem Menschenauflaufs noch abgebrochen werden mußte, ca. 20 Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Die Brücke und das Drumherum ist ja auch für die Dresdner ein leidiges Thema, da zwar beim Volksentscheid vor fast 3 Jahren zwar die Mehrheit für eine Brücke gestimmt hat, es aber trotzdem eine ganze Menge Gegner gibt. In einer Großstadt wie Dresden von einer halben Million Einwohner reicht es ja schon wenn 20 Prozent dagegen sind, und man hat 100 000 Gegner, von denen natürlich nicht alle auf die Straße gehen. Außerdem haben ja auch nicht alle mit abgestimmt, so daß man nicht mit solchen Zahlen direkt rechnen muß. Es zeigt aber, welches ermüdende und unproduktive hin und her hier schon seit geraumer Zeit herrscht. Die Spaltung in Gegner und Befürworter scheint durch alle Ebenen etc. zu gehen, selbst Bürgermeister, Stadtrat, Regierung, Präsidium etc. waren nicht einer Meinung. Die Liste der Argumente könnte schon Bände füllen. Und "zum Glück" kam dann ja noch diese Fledermausart, so daß man wieder ein Argument gegen die Brücke hatte.

Wie auch immer, am meisten finde ich, hat doch die Harmonie gelitten.

Ich wünsche allen blühende Landschaften.

In diesem Sinne

Ihr Rolf Schreiter

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